06.03.2026

Lebenswert durch nachhaltige Investitionen.

Wien zählt seit Jahren zu den lebenswertesten Städten der Welt. Das ist das Resultat einer Stadtpolitik, die weit über den Tellerrand blickt und eines konsequenten Zusammenspiel aus Innovation, Klimaschutz und Ressourcenschonung.

Wien gehört seit vielen Jahren zu den lebenswertesten Städten der Welt. Das kommt nicht von ungefähr. Wien setzt seit über 20 Jahren Maßnahmen für den Klimaschutz und hat bereits 1999 ein umfassendes Klimaschutzprogramm mit zahlreichen Maßnahmen gestartet. Die Stadt setzt konsequent auf neue Ideen, Klimaschutz und einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Dabei denkt Wien langfristig – und verbindet Umwelt, Wirtschaft und soziale Fragen miteinander. Ob saubere Energie, mehr Grün in der Stadt oder moderne Kühlsysteme: Alle Maßnahmen verfolgen ein gemeinsames Ziel – hohe Lebensqualität für alle Menschen in Wien.

Das Wiener Klimagesetz: Wien ist Klimamusterstadt

Ein zentraler Meilenstein ist das im Frühjahr 2025 beschlossene Wiener Klimagesetz. Es legt verbindlich fest, welche Klimaziele die Stadt verfolgt, und sorgt dafür, dass diese auch über Legislaturperioden hinaus gelten. Das wichtigste Ziel ist die Klimaneutralität bis 2040. Gleichzeitig werden die Bereiche Klimaschutz, Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft rechtlich verankert. Auch soziale Aspekte, die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft sowie Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung sind Teil des Gesetzes. Damit hebt Wien als erstes Bundesland Österreichs seine Klimaziele in den Gesetzesrang und schafft Planungssicherheit für die kommenden Jahrzehnte.

Raus aus Gas: Energieunabhängigkeit als Sicherheitsfrage

Planungssicherheit ist in Zeiten geopolitischer Umbrüche zu einem zentralen Standortfaktor geworden. Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den jüngsten geopolitischen Spannungen, etwa im Nahen Osten und im Iran, zeigt sich klar: Energieversorgung ist eine Frage von Sicherheit, Stabilität und Souveränität. Wien setzt daher konsequent auf den Ausstieg aus russischem Erdgas, mit dem Ziel, die Stadt und die Menschen vor externen geopolitischen Risiken zu schützen. Der vollständige Ausstieg ist ein zentraler Schritt, um die Abhängigkeit von unsicheren Energiequellen zu beenden. Mit dem Programm „Raus aus Gas“ setzt Wien einen wichtigen Schritt für eine klimafreundliche Energieversorgung und ein lebenswertes Wien. 

Kreislaufwirtschaft: Eine runde Sache für Wien

Doch um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen, ist ein grundlegender Wandel im Umgang mit Ressourcen unumgänglich. Viele entscheidende Hebel für Ressourcenschonung liegen in kommunaler Hand. Gerade auf regionaler Ebene können Maßnahmen besonders wirksam umgesetzt werden, um Umweltschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität zu stärken.

Mit der Strategie „Zirkuläres Wien“ verfolgt Wien eine umfassende Gesamtstrategie für Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Reparieren, Wiederverwenden und Recyceln stehen dabei im Mittelpunkt – vom privaten Haushalt bis zum großen Bauprojekt. Bis 2050 soll der Materialverbrauch halbiert werden, unvermeidbare Abfälle sollen vollständig verwertet werden und zirkuläres Planen und Bauen soll ab 2030 zum Standard werden.

Smarte Straßenbeleuchtung: Weniger Licht, mehr Lebensqualität

Dass nachhaltige Infrastruktur ökologische Verantwortung und Lebensqualität verbinden kann, beweist die Modernisierung der Wiener Straßenbeleuchtung. Mit rund 133.000 Straßenleuchten auf über 2.800 Kilometern Straße hat Wien seine Straßenbeleuchtung zu einem Vorzeigeprojekt nachhaltiger Infrastruktur gemacht: In den vergangenen zehn Jahren wurde die Lichtverschmutzung um 75 Prozent reduziert, vor allem durch die schrittweise Umstellung auf moderne, zielgerichtete LED-Technik, die bereits bei rund 80 Prozent aller Leuchten im Einsatz ist und bis 2028 abgeschlossen sein soll. Die LEDs lenken das Licht gezielt auf Straßen und Gehwege, senken den Energieverbrauch, während gleichzeitig Verkehrssicherheit und Lebensqualität steigen und nachtaktive Tiere sowie Ökosysteme profitieren.

Sonnenstrom-Offensive: Wien wird zur Solarstadt

Mit der Wiener Sonnenstrom-Offensive hat Wien eines der ambitioniertesten urbanen Energiewendeprojekte Österreichs gestartet: Was 2020 mit 50 Megawatt Peak (MWp) Photovoltaik begann, wuchs bis Ende 2025 auf knapp 325 MWp an und übertraf damit das ursprüngliche Ziel deutlich, wodurch mittlerweile rund 92.600 Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden können. Seit 2020 wurden über 14.700 neue PV-Anlagen errichtet, allein 2025 kamen 4.600 Förderfälle mit 70 MWp genehmigter Leistung hinzu.

Der nächste Schritt ist bereits fixiert: Bis 2030 sollen 800 MWp erreicht werden, begleitet von einem strategischen Ausbauplan ab 2026 mit Schwerpunkt auf Mehrgeschoßwohnbau, versiegelten Flächen und innovativen urbanen PV-Lösungen.

Fernkälte: Klimafreundlich kühlen im städtischen Maßstab

Angesichts zunehmender Hitzetage und Tropennächte setzt Wien auf ein stadtweites Fernkältenetz und baut die kühlende Infrastruktur systematisch aus, um klimafreundliche Kühlung im großen Maßstab zu ermöglichen. In zentralen Anlagen wird hocheffizient Kaltwasser erzeugt und über ein unterirdisches Leitungsnetz verteilt, die Rückkühlung erfolgt mit Flusswasser aus dem Donaukanal unter strengen ökologischen Auflagen. Gegenüber herkömmlichen Klimageräten spart Fernkälte rund 70 Prozent Energie und 50 Prozent CO₂ ein, eignet sich besonders für dicht verbaute Innenstadtbereiche, benötigt weniger Platz, ist denkmalverträglich und entlastet das Stromnetz deutlich.

Grünraumoffensive: Raus aus dem Asphalt

Mit seiner größten Entsiegelungs- und Begrünungsoffensive aller Zeiten macht Wien aus Asphalt wieder Grün: Über 320 „Raus-aus-dem-Asphalt“-Projekte in allen Bezirken haben 243.000 m² neue oder umgestaltete Parks und Grünflächen geschaffen, 74.000 m² Straßenraum begrünt, 3.000 Bäume gepflanzt, 2.500 Sitzgelegenheiten installiert und mehr als 1.930 m² Wasserspiele realisiert.

Nachhaltige Mobilität: Öffis, Fahrrad und zu Fuß

Besonders wirkungsvoll zeigt sich die Verbindung von Begrünung und Mobilität: Straßen werden klimaresilient umgestaltet, neue Radwege geschaffen und bei Infrastrukturprojekten parallel hunderte Bäume gepflanzt – sie dienen damit nicht nur der Gestaltung, sondern auch aktivem Klimaschutz. Die aktuelle Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zeigt: 63 % der Wiener:innen nutzen ein Auto nur selten oder gar nicht. Gleichzeitig gibt es mehr Jahreskarten-Besitzer:innen der Wiener Linien als Autobesitzer:innen in der Stadt.

Seit 2021 wurden fast 130 Millionen Euro in Radinfrastruktur investiert und über 100 Kilometer neue Radwege geschaffen, wodurch der Anteil der Alltagswege, die mit dem Rad zurückgelegt werden, von sieben auf elf Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig ermöglicht das dichte öffentliche Verkehrsnetz von über 1.100 Kilometern, das täglich rund 2,4 Millionen Fahrgäste bedient, schnelle und sichere Wege quer durch die Stadt. Neue Infrastrukturprojekte wie die Verlängerung der U2, der Bau der U5 sowie zusätzliche Straßenbahnlinien verbessern die öffentliche Anbindung, reduzieren den Individualverkehr und tragen zu einem nachhaltigen, sicheren und barrierefreien Stadtbild bei. Schritt für Schritt verschiebt sich so der Modalsplit hin zur nachhaltigen Mobilität. 

Wien als Vorbild: Innovation trifft Lebensqualität

Was Wien von anderen Städten unterscheidet, ist die konsequente Verknüpfung ökologischer Innovation mit hoher Lebensqualität. Saubere Energie, kühle Straßen, grüne Plätze, smarte Infrastruktur – all das sind keine Einzelmaßnahmen, sondern Teile einer ineinandergreifenden Stadtentwicklungsstrategie.

Wirtschaft mit Haltung.

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