Umgestaltung der Wiener Ringstraße
Der Wiener Ring zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt und steht zugleich vor einem entscheidenden Wandel. Als eine der meistbefahrenen Radverbindungen Wiens spielt der Ringradweg dabei eine zentrale Rolle. Mit der geplanten Umgestaltung wird diese bedeutende Verbindung modernisiert und an die Anforderungen einer wachsenden Stadt angepasst.
Die Wiener Ringstraße hat sich seit ihrer Entstehung kontinuierlich an die Bedürfnisse der Stadt angepasst – von einer Kutschenstraße über die Integration neuer Verkehrsmittel bis hin zur geplanten Neugestaltung, die ihre funktionale und ästhetische Idee fortschreibt und mit hochwertigem öffentlichem Raum weiterentwickelt. Die weltbekannte Ringstraße ist nicht nur ein Dreh- und Angelpunkt Wiens, sondern auch ein einzigartiger öffentlicher Raum: Auf rund fünf Kilometern verbindet sie Mobilität mit Aufenthaltsqualität und lädt an zahlreichen Orten zum Verweilen ein. Genau hier setzt die Neugestaltung an – mit dem Ziel, die Ringstraße zu einem lebendigen, menschengerechten Ort weiterzuentwickeln, der den täglichen Bedürfnissen gerecht wird und zugleich ein erstklassiges Erlebnis für Besucher:innen bietet.
Hohe Aufenthaltsqualität für alle Wiener:innen
Im Mittelpunkt steht ein hochwertiges Gesamtbild, das den öffentlichen Raum spürbar aufwertet und die Ringstraße fit für die Anforderungen von heute macht. Als Leuchtturmprojekt dieser Legislaturperiode wird der Rad- und Fußverkehr etappenweise neu organisiert und entzerrt. Besonders die Nebenfahrbahnen und seitlichen Alleen sollen künftig mehr Platz zum Flanieren und Radfahren bieten und so die Aufenthaltsqualität für alle Wiener:innen deutlich erhöhen.
„Wer am Ring zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, weiß, dass es hier auf weiten Strecken wirklich eng und unübersichtlich ist. Wir wollen künftig für klare Verhältnisse sorgen und das Potenzial der Nebenfahrbahnen nützen, um für einheitliche, gut erkennbare Routen zu sorgen: Die schattigen Alleen gehören künftig ganz den Fußgänger:innen – die Nebenfahrbahn wird zur Rad-Allee mit großteils baulich getrennten 4,50 m breiten Radwegen oder Fahrradstraßen. Wir geben den Menschen damit mehr Raum zum Spazierengehen, Radeln und Verweilen. Und natürlich sorgen wir auch für viel zusätzliche Begrünung und Sitzgelegenheiten“, so Planungs- und Mobilitätsstadträtin Ulli Sima.
Warum profitieren alle von getrennten Fuß- und Radwegen?
Je nach Nutzungsintensität wird die Innen- oder Außenseite des Rings neu gestaltet, während Kfz- und öffentlicher Verkehr unverändert bleiben. Die Neuordnung bringt Vorteile für alle, auch für den Autoverkehr durch bessere Sicht und sicherere Querungen. Klare Trennung von Fuß- und Radverkehr, eine durchgängige Gestaltung sowie hochwertige, barrierefreie Materialien sorgen künftig für Übersichtlichkeit. Unklare Verschwenkungen entfallen, neue Grünbeete und Sitzgelegenheiten schaffen attraktive Aufenthaltsbereiche. So entsteht eine nachhaltige Weiterentwicklung des Rings mit mehr Sicherheit und Qualität für alle Generationen. Das neue Konzept verbindet Funktion, Ästhetik und baukulturelles Erbe mit einem klaren Fokus auf aktive Mobilität – für mehr Komfort, Sicherheit und eine moderne, klimaangepasste Flaniermeile.
Zwei-Richtungs-Radwege und Fahrradstraßen in Sandsteinfarbe
Die zukünftige Rad-Allee bietet mit größtenteils 4,50 m breiten Zwei-Richtungs-Radwegen extra viel Platz und Fahrkomfort entlang des Rings. Und: Die Radwege werden, erstmals in Wien, in Sandsteinfarbe ausgeführt. Die Farbe ist eine Anspielung auf die historische Ausführung der ursprünglich geschotterten Reit-Alleen und harmoniert besonders mit den prächtigen Bauten entlang der Ringstraße. Der Farbkontrast zum Gehweg hilft bei der Orientierung und schafft Sicherheit. Die Farbe wird nicht aufgemalt, sondern bereits in den Asphalt eingearbeitet, dies trägt zu einer langen Haltbarkeit bei.
Mehr Sicherheit auf der Ringstraße
Der bisher asphaltierte Gehsteig vor den Häusern und Palais der Ringstraße wird durch eine barrierefreie Granitstein-Pflasterung entsiegelt und schöner gestaltet. Wichtige Querungen für Fußgänger:innen über die Rad-Allee werden durch gepflasterte „Zwischenlinsen“ – kleine Inseln, die gegebenenfalls einen sicheren Zwischenstopp ermöglichen – markiert. Der Radverkehr wird dadurch an diesen Stellen entschleunigt. Auch die Kreuzungsbereiche werden durch Gehsteig-Vorziehungen für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer gemacht.
Auftakt am Schottenring im Herbst
Ab Herbst 2026 wird die etappenweise Umgestaltung auf dem rund 700 m langen Schottenring begonnen – und zwar auf der Innenseite zwischen den U-Bahn-Stationen Schottentor und Schottenring. Im Anschluss an laufende Infrastrukturarbeiten, und markiert den Startpunkt für die schrittweise Transformation eines der bedeutendsten Boulevards Europas. Die Außenseite bleibt unverändert.
Fußgänger:innen bekommen deutlich mehr Platz – sie können in der schattigen Geh-Allee und auf dem Gehsteig unterwegs sein. Die Nebenfahrbahn wird zur Rad-Allee mit einem 4,50 m breiten Zwei-Richtungs-Radweg. Radfahrer:innen und Fußgänger:innen erhalten damit ihren jeweils eigenen, deutlich abgegrenzten Bereich. In einzelnen Abschnitten bleibt eine Zufahrt möglich. Auch für zusätzliche Begrünung wird gesorgt: Insgesamt werden mehr als 900 m² neue Grünflächen und Beete entlang des inneren Schottenrings errichtet. 12 neue Bäume werden alleine in diesem Abschnitt gepflanzt.
Wann ist die neue Ringstraße fertig?
Wie immer bei großen Umgestaltungsarbeiten werden auch hier Synergien genutzt. Der Umgestaltung am Schottenring gehen Arbeiten der Wiener Wasserwerke voraus. So werden etwa vor dem Palais Hansen und vom Schottenring weg entlang der Hohenstaufengasse, Wipplingerstraße und Börsegasse neue Wasserrohe verlegt. Nach den Arbeiten am Schottenring werden bis zu vier Bauphasen folgen. Die zweite Bauphase wird den Universitätsring sowie den Schubert-, Stuben- und Parkring umfassen. Nach Abschluss aller Bauphasen werden durchgängige Geh- und Rad-Alleen entstanden sein: an der Innenseite des Rings vom Schottenring bis zum Schwarzenbergplatz, an der Außenseite vom Schubertring bis zur Urania.
Radweg-Offensive geht konsequent weiter
Im sechsten Jahr in Folge setzt die Stadt Wien ihre Radweg-Offensive fort: Mit 33 neuen Projekten und rund 12,5 Kilometern neuer Radverkehrsinfrastruktur wird das Hauptradwegenetz auch 2026 konsequent ausgebaut. Der besondere Fokus liegt heuer auf der Weiterführung großer Radachsen und auf Lückenschlüssen. Die nun in den Startlöchern stehende schrittweise Neugestaltung und Entflechtung der Fuß- und Radwege auf dem Ring ist ein Schwerpunkt dieser Legislaturperiode. Alle Infos zu den Radwegeprojekten auf fahrradwien.at
Wien schafft Zukunft.
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